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Quelle:
Ärzte Zeitung, 13.06.2006 |
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Keine Änderung bei
Malaria-Empfehlungen für Thailand
Berlinerin hatte sich in Regionen mit geringem Risiko
mit Malaria tropica infiziert / Inzidenz zu gering, um
generell zur Chemoprophylaxe zu raten.
DÜSSELDORF (ug). Eine 36jährige Berlinerin ist vor
wenigen Wochen an Malaria tropica gestorben. Sie hatte
sich in Thailand infiziert, und zwar in Regionen mit nur
geringem Malaria-Risiko, für die keine Chemoprophylaxe
empfohlen wird. Die Malaria-Empfehlungen für Thailand
deshalb zu ändern, sei aber nicht gerechtfertigt, so das
Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf.
Die Berlinerin hatte sich sechs Monate in Khoalak,
Bangsak, Koh Phangan und Ranong aufgehalten und
entsprechend der geltenden Empfehlungen keine
Malaria-Chemoprophylaxe gemacht, berichtet das Berliner
Tropeninstitut.
Wenige Tage später hätten Kollegen aus Israel von
zwei 25jährigen Touristen berichtet, die nach einem
19tägigen Urlaub in Thailand ebenfalls Malaria tropica
bekamen, so das CRM ("Infodienst" 11, 2006, 24). Die
beiden Männer hätten sich ausschließlich auf der Insel
Koh Phangan aufgehalten, für die kein Malaria-Risiko
angegeben wird. Beide wurden geheilt. Ähnliche Berichte
hat es auch schon 2003 über zwei deutsche Touristinnen
gegeben.
Sollte man also die Malaria-Empfehlungen für Thailand
ändern? Bisher gilt nach der Deutschen Gesellschaft für
Tropenmedizin und Internationale Gesundheit: Eine
regelmäßige Chemoprophylaxe wird nur empfohlen für
Gebiete mit hohem Risiko, das sind das nordwestliche
Grenzgebiet zu Myanmar sowie die Provinz Trat im
Grenzgebiet zu Kambodscha. Für alle anderen Gebiete
Thailands wird entweder zur Stand-by-Medikation oder nur
zu Mückenschutz geraten.
Das sollte auch so bleiben, so die Reisemediziner des
CRM. Etwa 400 000 Deutsche reisen pro Jahr nach
Thailand. Die Inzidenzen für eine Infektion mit
Plasmodium falciparum, dem Erreger der Malaria tropica,
werde in einigen Studien mit 1 auf 35 000 bis 40 000
angegeben. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts haben
sich 2005 drei Touristen in Thailand mit Malaria
infiziert, davon einer mit Malaria tropica, 2004 waren
es sechs (zwei mit Malaria tropica) und 2003 nur zwei
(einer mit Malaria tropica).
"Die Inzidenzen sind so gering, daß eine
Chemoprophylaxe für den Durchschnittstouristen bei
Aufenthalten und Rundreisen in diesem Land in der
Risiko-Nutzen-Abwägung generell nicht vertretbar ist",
heißt es. Wichtig aber sei, in der reisemedizinischen
Beratung klar zu machen, daß Thailand nicht malariafrei
ist, daß guter Mückenschutz nötig ist und daß bei Fieber
sofort ein Arzt aufgesucht werden sollte. |